2) Die beim Ausbau angewendeten Sicherungstechniken in den Jahren 1955 – 1983

Die Bewältigung des ständig ansteigenden Verkehrsaufkommens der Tauernbahn war ab dem Erreichen der Leistungsgrenzen der bestehenden Bahnanlagen nur mehr durch einen bautechnischen sowie sicherungstechnischen Ausbau möglich.

Die in das Aufgabengebiet des Sicherungsdienstes fallenden Maßnahmen zur Beschleunigung der Betriebsabwicklung unter gleichzeitiger Erhöhung der Betriebssicherheit erfolgte in der Hauptsache durch Errichtung von elektrischen Gleisbildstellwerken in Drucktastentechnik (DrS) und später in Spurplantechnik (SpDr)in den Bahnhöfen und Errichtung von Selbstblockstellen auf der Strecke.
Die zur Sicherung der Folge- und Gegenzüge in den eingleisigen Abschnitten und zur Sicherung der Folgezüge in den zweigleisigen Abschnitten vorhandene Streckenblockung mittels des elektromechanischen Wechselstrom-Handblockes wurde mit dem Wegfall der mechanischen Stellwerke durch elektrische Streckenblocksysteme ersetzt. Zunächst kam der bereits als Regelbauart existente „Zeichengabestreckenblock“ (ZG 62) zur Anwendung, bei dem die Vorblockung bereits selbsttätig durch den Zug, die Rückblockung – nach Feststellung des Zugschlusses durch den jeweiligen Bediener – jedoch noch von Hand aus per Tastenbetätigung erfolgte. Eine weitere Ausführungsform stellte der Selbstblock „ZG 62 mit Achszählung“ dar. Hier wurde das selbsttätige Arbeiten der Zeichengabestreckenblockung durch den Einsatz von Achszählkreisen zur Frei- und Besetztmeldung der Streckengleise bewirkt. Weiters gibt es den „100-Hz- Selbstblock“. Hier wird durch Isolierung der Streckengleise und Ausrüstung mit 100-Hz-Gleisstromkreisen für die Frei- und Besetztmeldung, erstmals eine selbsttätige Funktion der Streckenblockung möglich. Der Selbstblock „Sbl 60-A“ ist gleichfalls ein vollautomatisches Streckenblocksystem, das sowohl mit Achszähl- als auch mit Gleisstromkreisen für die Streckengleise eingesetzt werden kann. Alle beschriebenen Selbstblock-Systeme (Sbl) können sowohl unmittelbar zwischen zwei Bahnhöfen eingesetzt, als auch durch eine beliebige Anzahl von Blockstellen (Bl) unterteilt werden. Als weiteres wurde die Tauernbahn mit INDUSI (induktive Zugbeeinflussung) auf der gesamten Strecke ausgestattet. Dies wurde bis 1973 fertiggestellt. Die Ausstattung der Tauernbahnmit Zugfunk war im Jahre 1977 beendet. Somit war die Tauernbahn Ende der 1980er Jahre sicherungstechnisch die am modernsten ausgerüstete Eisenbahnstrecke Österreichs.